STARK! in Aktion gegen den Angriff auf die Ditib Zentralmoschee Chorweiler

STARK! in Aktion gegen den Angriff auf die Ditib Zentralmoschee Chorweiler

In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 2020 griffen zwei Unbekannte die Ditib Zentralmoschee Chorweiler in Feldkassel mit Steinen an. Sie durchschlugen das Glas der Eingangstür und beschädigten den Türrahmen. Im Gebäude befanden sich der Imam und seine Familie sowie weitere Mitglieder der Gemeinde. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und auch der Staatsschutz ist eingeschaltet worden, da ein politisch motivierter Hintergrund der Tat vermutet wird.

Am 15. Mai hielt die Bürgerplattform als Reaktion während das Nachmittagsgebet symbolisch Wache vor der Moschee. Mit der Aktion wollten die Mitglieder von STARK! zeigen: „Wir stellen uns schützend vor die Moschee“. Da noch immer weitreichende Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gelten, war auch eine Teilnahme via Zoom möglich.

Gemeinsam handeln in Zeiten von Corona

Nachdem die Nachricht über den Angriff über die Kanäle der Plattform kommuniziert wurde, hatten viele Menschen der Plattform den Wunsch ein Zeichen gegen Gewalt und Hass zu setzten und zu einer Aktion zusammenzukommen. Die Plattform entschied sich für eine Vor-Ort-Aktion, rotz der immer noch geltenden und sich schnell verändernden Lage aufgrund der Corona-Maßnahmen. Dank guter Planung konnten die Bestimmungen eingehalten werden. Während die muslimischen Teilnehmenden zusammen mit den Mitgliedern der Ditib Gemeinde Chorweiler beteten, standen die übrigen Teilnehmenden mit dem STARK! Banner und selbstgestalteten Statements auf Schildern vor den weit geöffneten Fenstern der Moschee. Das Gebet des Imams war auch draußen zu hören. Ein starker Moment, der vielen in Erinnerung bleiben wird.

Monika Collet von der katholischen Kirchengemeinde Bickendorf-Ossendorf sagte dazu bei der Aktion: „Ich finde es wichtig, dass wir hier stehen und zeigen, dass wir zusammenhalten. Ich persönlich finde man müsste es viel lauter sagen und einem größeren Kreis, dass wir solche Anschläge nicht gut finden. Man kann friedlich zusammenleben, in aller Vielfalt. Es ist wichtig, dass wir nicht schweigen, weil es zu viele gibt, die vielleicht genauso denken, aber nichts sagen.“ Leider waren auch die Reaktionen der lokalen Zeitungen eher zurückhaltend.

Mehr Vorfälle in der letzten Zeit

Die Ditib Zentralmoscheegemeinde Chorweiler ist Gründungsmitglied der Bürgerplattform STARK! im Kölner Norden und arbeitet zusammen mit den anderen Gruppen seit 201

5 nach den Methoden des Community Organizing für eine starke Zivilgesellschaft. Schon seit Jahrzehnten engagieren sich die Mitglieder im Stadtteil Chorweiler.

In den vergangenen Monaten mussten die Gemeinde vermehrt Beschädigungen oder Einbrüche in ihre Gebäude feststellen. Vor allem seit den Anschlägen von Chirstchurch (Neuseeland) am 15. März 2019, bei dem ein Rechtsterrorist 51 Menschen erschoss, haben Angriffe auf Moscheen zugenommen.

Der nächtliche Angriff, der von der Überwachungskamera aufgezeichnet wurde, hat die Mitglieder der Gemeinde erschüttert. Vor allem für den Iman und seine Familie, die in der Moschee leben, war der Angriff sehr bedrohlich. Bedenklich ist auch der Zeitpunkt. Die Unbekannten kamen in der Nacht des 8. Mai, dem offiziellen Tag der Befreiung von Nationalsozialismus, und nur wenige Stunden vor dem ersten geplanten gemeinsamen Gebet nach der Corona-bedingten Schließung der Moschee. Bisher gibt es noch keine Ergebnisse der Ermittlungen der Polizei.

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zeigt heute Solidarität vor der #DITIBChorweiler Zentralmoschee. In der Nacht vom 8. Mai wurde die Moschee von 2 Unbekannten mit Steinen attackiert, während sich die Familie des Imams im Gebäude befand. Das war genau 75 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus und unmittelbar bevor nach 8 Wochen Corona-Pause das erste Gebet stattfinden sollte. Leider gibt es solche Angriffe in der letzten Zeit immer häufiger. Die Gemeinde engagiert sich seit fast 5 Jahren bei STARK!, noch viel länger im Stadtteil. Die gemeinsame Arbeit steht für gelebte Demokratie. Unsere Vielfalt macht uns dabei STARK! Wir verurteilen den Angriff und zeigen heute, dass wir hinter der Gemeinde stehen. #solidarität #brandeilig #gegenrechts #inKöllezeHus #starkewahl

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https://chorweiler-panorama.de/2020/05/11/sachbeschaedigung-an-moschee-und-verwaltungsgebaeude-der-ditib-zeugensuche/

https://www.ksta.de/koeln/ob-reker-verurteilt-taten-maenner-greifen-koelner-moschee-mit-steinen-an-36684602

https://www.rundschau-online.de/region/koeln/moschee-in-chorweiler-steinewerfer-richten-schaeden-an-scheiben-und-tuer-an-36674604

Neues Jahr –  neues Thema: Wahlen 2020

Neues Jahr – neues Thema: Wahlen 2020

Am 1. Februar trafen sich die Gruppen der Bürgerplattform zum jährlichen Klausurtag. Dieses Mal bei Outline e.V., mit Blick auf den Pariser Platz im Herzen Chorweilers. Wichtigster Punkt auf der Tagesordnung war die Abstimmung über ein neues Thema. Die Gruppen beschlossen einstimmig den Start einer Kampagne zur Kommunal- und Integrationsratswahl, die am 13. September 2020 stattfinden wird. Dabei werden vor allem die Gebiete in den Blick genommen, in denen die Beteiligung bei den Wahlen zuvor besonders gering war. Denn nur wer sich zu Wort meldet, wird auch gehört. #starkewahl

Außerdem bestätigten die Gruppen auch für dieses Jahr die Zusammenarbeit mit den DICO –  Deutsches Institut für Community Organizing und der Organizerin Neele Behler.

Zwei Jahre Stark!

Zwei Jahre Stark!

Nach zwei Jahren intensiver Kampagnenarbeit wurden mit dem Jubiläum die Erfolge aus den ersten drei Kampagnen präsentiert.

Wohnen
Gemeinsam mit der Wohnungsgesellschaft Vonovia wurden konkrete Verbesserungen für die Siedlung Im Mönchsfeld in Köln-Roggendorf/Thenhoven erreicht. Es wurden

  • Reparaturen an Dächern, Eingangsbereichen und in den Wohnungen umgesetzt,
  • ein Sicherheitsdienst von Juli bis Oktober 2016 eingesetzt (im Anschluss verstärkte Kontrolle der Außenbereiche durch den Objektbetreuer),
  • eine Kooperation mit der Polizei aufgenommen und ab 2017 eine allgemeine Polizei-Sprechstunde für Bewohner vor Ort eingerichtet,
  • ein Objektbetreuer-Büro in der Siedlung eröffnet,
  • drei Spielplätze in der Siedlung saniert und aufgewertet.

Spielplätze
Die beiden Spielplätze am Erlenweg und in Seeberg-Nord wurden aufgewertet. Während in Seeberg-Nord vor allem alte Geräte ausgetauscht und neue aufgestellt wurden, konnte am Erlenweg in Bickendorf ein wöchentliches Sport- und Spielangebot durch die Rheinflanke gGmbh initiiert werden. Am Erlenweg ist eine umfassende Neuplanung ab 2018 vorgesehen.

Islamischer Religionsunterricht
Die Umsetzung des islamischen Religionsunterrichts in Köln wurde mit drei Lehrern an zwei Schulen (Dreikönigsgymnasum und Henry-Ford-Realschule) signifikant verbessert. Hatten 2016 lediglich sechs Schulen (fünf weiterführende und eine Grundschule) islamischen Religionsunterricht in Köln angeboten, konnten die angemeldeten Elternwünsche in Zusammenarbeit mit der Bürgerplattform Stark! im Kölner Norden besser bedient werden. In Gesprächen mit den beteiligten Partnern (Ministerium, Bezirksregierung, Schulen, Lehr-Interessierte, Eltern) entstand ein tragfähiges Netzwerk, das nun über das Evangelische Schulreferat interreligiös weitergeführt wird.

Neues Thema: Haus Afrika
Als neues Thema hat die Bürgerplattform Stark! im Kölner Norden das „Haus Afrika“ vorgestellt. Bisher fehlt eine eigenständige Repräsentanz der afrikanischen Diaspora in Köln. Deshalb haben sich afrikanische Migrantenselbstorganisationen wie Afrikanische Gemeinde Köln (AGK) e.V., Association des Ressortissants Tchadiens en Allemagne (ARTA) e.V., Marie e.V., Gambia German Cultural Association (GGCA) e.V. und Promo Guinee Afrika e.V. gemeinsam mit weiteren Gruppen der Bürgerplattform dem Aufbau einer starken Stimme für die Anliegen von Menschen afrikanischen Hintergrunds gewidmet. Das „Haus Afrika“ ist dabei gleichzeitig Interessenvertretung und interkulturelle Begegnungsstätte. Hier werden Anliegen, Ressourcen, Lebenserfahrungen und Kompetenzen entwickelt. Mit dem Vorhaben Primeabord Dialog haben Menschen afrikanischen Hintergrunds eine partizipative Möglichkeit, am Haus Afrika mitzuwirken.

Spende UPS Foundation
Die Arbeit der Bürgerplattform wird durch Spenden, Beiträge und Unterstützer aus der Unternehmerschaft finanziert. Vor diesem Hintergrund war die Freude groß, dass für einen weiteren Aufbauprozess einer Bürgerplattform in Duisburg ein Scheck in Höhe von 40.200 Dollar von der UPS Foundation durch Frank Sportolari (Präsident UPS Deutschland) übergeben wurde. Diese Spende wurde durch das ehrenamtliche Engagement von UPS Mitarbeitern ermöglicht. Susanne Sander (DICO) und Stefan Gierke (DICO: Organizer Duisburg) nahmen diesen unter großem Applaus entgegen.

 

Aktion am 01. Juni: Kurzfilm

Das Video zur Aktion am 01. Juni zeigt einige Ausschnitte und Vereinbarungen. Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und insbesondere auch an Williams Gymiah (Kamera) und Dominic Passgang (Schnitt).

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