Am Freitag, den 10. Februar kamen 322 Menschen aus der Bürgerplattform mit Vertretern aus dem Schulministerium zusammen, um die Situation rund um den islamischen Religionsunterricht im Kölner Norden zu verbessern. Frau Blasberg-Bense, Leiterin der Abteilung 3, Berufliche Bildung, Integration, Ganztag, Schulsport, Kirchen und Religionsgemeinschaften im Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) des Landes Nordrhein-Westfalen schilderte die derzeitige Situation in der Umsetzung des islamischen Religionsunterrichts und sagte eine Berücksichtigung der Stadt Köln bei der nächsten Verteilung von Lehrerstellen zu. Für das Schuljahr 2017/2018 werden bis zu 12 Lehrerstellen im Großraum Köln umgesetzt.

Zum Hintergrund: Die Bürgerplattform Stark! im Kölner Norden setzt sich bereits seit Ende 2015 u.a. dafür ein, dass der islamische Religionsunterricht im Kölner Norden umgesetzt wird. Die Möglichkeit für islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache ist in NRW seit Ende 2011 gesetzlich gegeben, nur ist das Angebot in der Stadt Köln im Verhältnis zur Anzahl der Muslime und den eingereichten Elternwünschen nur unzureichend vorhanden. Die Kirchengemeinden, Moscheen, Vereine und Nachbarschaften der Bürgerplattform haben dies als Thema erkannt und sich gemeinsam dafür entschieden, hier aktiv zu werden. Bereits am 31. Mai 2016 haben Vertreter verschiedener Glaubensbekenntnisse eine gemeinsame Erklärung auf Landesebene unterzeichnet, in der sie die Bedeutung des Religionsunterrichts für ein friedliches Miteinander bekräftigten. Am 01. Juni 2016 hat die Bürgerplattform dies in Köln-Blumenberg mit 200 Menschen auf lokaler Ebene bekräftigt. Ein Grundproblem ist dabei das Angebot an qualifizierten Lehrern. Die Bürgerplattform hat deshalb bereits am 25. Januar 2017 eine Auftaktveranstaltung mit 43 Interessenten am Lehrberuf – Islamwissenschaftler und andere qualifizierte Lehrer – gemeinsam mit dem Schulministerium organisiert. Dieses Netzwerk wird nun kontinuierlich ausgebaut. Mit der Zusage von Lehrerstellen ist nun ein nächster Schritt in der Umsetzung des islamischen Religionsunterrichts möglich.

In der Aktion am 10. Februar haben vor allem auch Schüler den Wunsch nach Religionsunterricht deutlich gemacht und dabei Unterstützung von den christlichen Religionsgemeinschaften erhalten. Frau Dr. Schwarz-Boenneke, Leiterin der Abteilung Schule/Hochschule im Erzbistum Köln, machte die Wichtigkeit des Religionsunterrichts mit „Herz, Hand und Hirn“ deutlich und Dr. Rainer Lemaire, Schulreferent für Grundschulen, Hauptschulen, Realschulen und Förderschulen im Schulreferat des Evangelischen Kirchenverbands Köln und Region, bot an, im Bereich Fort- und Weiterbildung interkonfessionell zusammenzuarbeiten. Beide sprachen sich explizit für den islamischen Religionsunterricht aus.

Aber auch bei den Schulen ist großes Interesse vorhanden. Johannes Köper, Schulleiter der GGS Halfengasse, schilderte die positiven Erfahrungen mit islamischem Religionsunterricht und lud dazu ein, ihn als Multiplikator zum Thema und zum Erfahrungsaustausch anzusprechen. Zum Abschluss ging der Appell an die Eltern, mit den eigenen Schulleitungen konstruktive Wege der Umsetzung zu finden und diese dazu anzusprechen. Interessierte Schulen können ab sofort mit der Bezirksregierung Köln über die zugesagten Stellen sprechen. Wir als Bürgerplattform unterstützen gerne und helfen auch im nächsten Schritt!

Copyright-Hinweis: Alle Bilder von Hubert Brand, http://www.brandfoto.de/.

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